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Hier finden Sie Infos zur geschichtlichen Entwicklung von Bollstedt.
-erste urkundliche Erwähnung im Jahre 876 Auf einer Reichsversammlung zu Ingelheim wurde durch den ostfränkischen Karolinger Ludwig den Deutschen der Streit um den Zehnten in den verschiedenen thüringischen Orten , der zwischen den Erzbischof Liuperd von Mainz und dem Abt Sigehard von Fulda entbrannt war, zugunsten des Klosters Fulda entschieden . In dieser Urkunde vom 18. Mai 876 erscheint auch der Name des Dorfes Bollstedt (Bolcstat) . Es ist aber davon auszugehen das schon früher Menschen die Gegend um die Mündung der Notter in die Unstrut besiedelt haben wie zahlreiche Bodenfunde beweisen. Das heutige Bollstedt ist wahrscheinlich wie ein kleines "Venedig" anzusehen. Es ist davon auszugehen das die Häuser im Mittelalter auf Pfählen errichtet wurden . Selbst heute kommt man bei Erdarbeiten nach ca. 1m an vielen Stellen auf schlammigen Untergrund. Auch beim Errichten des heutigen Sportplatzes mußte man mit sumpfigen Gelände kämpfen. Das der Ort wahrscheinlich von Dämmen umgeben war beweist auch noch der heutige Heilige Damm wo auch die Gemeindeverwaltung ihren Sitz hat.
-Anfang des 14.Jahrhunderts , die Verbindung mit Mühlhausen 1300 verkaufte der Landgraf Friedrich von Thüringen seine Besitzungen und Zinse zu Bollstedt an Mühlhausen, 1302 erhielt die Stadt dann auch die Gerichtsbarkeit über Bollstedt. Von da an waren die Bewohner von Bollstedt teilweise "Untertanen" des Rates der Stadt. Als Bewohner eines der 19 Dörfer auf Mühlhauser Territorium liegenden Dörfer hatte nun der Bauer einerseits an die Stadtkämmerei seine Grundsteuer genau so zu entrichten wie ein Bürger der Innenstadt, besaß aber nicht in jedem Fall die gleichen Rechte. -Anfang des 16. Jahrhunderts , der Bauernkrieg Während der Schlacht bei (Bad?) Frankenhausen wurden über 6000 Bauern von den fürstlichen Landsknechten niedergemetzelt, darunter auch zahlreiche Bollstedter. Die zweite Hälfte des 16.Jahrhunderts war für das Dorf wahrlich nicht erfreulich , die Pest (1597-1599 starben 285 Menschen), Einquartierung kursächsischer Truppen und die doppelten Grundsteuern machten das Leben nicht gerade leicht. -17.und 18. Jahrhundert Krieg und Pest haben der Dorfbevölkerung böse mitgespielt. 1611 lebten ca. 812 Menschen in Bollstedt waren es 1655 nur noch297. Katastrophen folgten. 1750-1753 Mißernten, 1754 Hochwasser. -19.Jahrhundert Neue Kulturpflanzen wie Klee, Anis ( wo auch ein Spitzname für die Bollstedter herrührt ) ,Tabak ,Kartoffeln, Coriander und Kümmel fanden auf den Feldern der Bauern ein neues Zuhause. 1802 kam Mühlhausen mit Bollstedt unter preußische Herrschaft. Damals gab es in Bollstedt 177 Feuerstellen,1 Mühle ,841 Einwohner ,92 Pferde ,283 Kühe , 383 Schweine und 759 Schafe. Im Folge der französischen Revolution von 1789 kam auch Bollstedt unter französische Herrschaft und wurde dem Königreich Westfalen zugeteilt.
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